orangedental

3. DVT-Fortbildungstage

Drucken Von Claudia Blum    aktualisiert am 06.07.2011

Durch die technische Entwicklung in der zahnmedizinischen Diagnostik ergeben sich immer bessere Möglichkeiten, dem Patienten maßgeschneiderte Therapien anbieten zu können. Bei den 3. DVT-Fortbildungstagen von orangedental am 1. und 2. Juli in Biberach gaben die Referenten einen praxisnahen Einblick von der Karies- und Parodontitisdiagnostik sowie -behandlung bis zur bildgebenden 3D-Diagnostik.




Stefan Kaltenbach, Geschäftsführer von orangedental
Stefan Kaltenbach, Geschäftsführer von orangedental
Nach dem Erfolg der Veranstaltung im vergangenen Jahr konnte Stefan Kaltenbach, Geschäftsführer von orangedental, in diesem Jahr noch mehr „Anwender und die, die es werden wollen“ begrüßen. Dr. Christopher Köttgen (Mainz) eröffnete seinen Vortrag „Diagnostische Alternativen in der Zahnheilkunde“ mit dem Credo: „Je minimalinvasiver man arbeitet, desto mehr hält man die Patienten; man wird erstaunt sein, wie viel man mit hochwertigen Kompositen versorgen kann“ (anstatt z.B. mit Kronen). Für die Kariesfrüherkennung stellte er das Gerät CarieScan PROTM vor. Das batteriebetriebene Handgerät wird automatisch kalibriert und stellt mithilfe einer Impedanzmessung (Wechselstromwiderstand) Veränderungen der Hartsubstanzdichte fest. Es bestimmt mit 92,5 prozentiger Genauigkeit sowohl gesunde Zähne als auch bestehende Karies. Zum Vergleich: Der Performance-Index von Bissflügelaufnahmen liegt bei 62,5 %, mit dem Auge sind gar nur 47,7 % erzielbar.
Dr. Christian Köttgen
Dr. Christian Köttgen
Die Reproduzierbarkeit von Messungen mit dem CarieScan ist sehr hoch, bei mehrmaligen Tests werden also immer die gleichen Werte angezeigt.

Für die Erhebung des Parodontalstatus bietet orangedental mit dem Parometer pa-on das erste Gerät zur vollautomatischen Befundung. Die schmerzarme und kalibrierte Messung mit genau 20 g Drucklast erfolgt mit hygienischen Einmalspitzen und optischer (Display) sowie akustischer Unterstützung. Für den Einsatz in der Parodontologie, Implantologie, Kariestherapie und Endodontie stellte Köttgen das Gerät PADPLUS (Photo Activated Disinfection) vor, das 99,99 % aller oralen Bakterien abtötet. Eine Resistenzentwicklung ist nicht möglich. Das Wirkprinzip basiert auf dem Vitalfarbstoff Toloniumchlorid, welcher sich selektiv an die Zellwände der Bakterien anheftet. Die anschließende Bestrahlung per LED-Licht (Wellenlänge 635 nm) führt zur Bildung von Singulettsauerstoff und zur sofortigen Zerstörung der Zellmembran.
Bilder
       


Prof. Dr. Dr. Stefan Haßfeld
Prof. Dr. Dr. Stefan Haßfeld
Anschließend wurden die DVT-Leitlinien der DGZMK (zu finden unter www.awmf.org) von Prof. Dr. Dr. Stefan Haßfeld (Dortmund) erläutert. Dabei handelt es sich um eine S1-Empfehlung, d.h. sie wurde von einer Expertengruppe im informellen Konsens erarbeitet. Haßfeld wies auf das Problem hin, dass es keine hohe Evidenz gebe und deshalb keine starren Empfehlungen gegeben werden dürften, da sonst Rechtsansprüche mit dem Hinweis auf Behandlungsfehler geltend gemacht werden könnten. Um die Strahlenbelastung möglichst gering zu halten, sollte die abzubildende Region eingegrenzt werden, d.h. nur so groß wie nötig sein, und die Auflösung, wenn möglich, reduziert werden, z.B. in der Kieferorthopädie.

Dr. Claudia Schroeder
Dr. Claudia Schroeder
Interessante Fallbeispiele mit Live-Demonstration der DVT-Aufnahmen aus ihrer Überweisungspraxsis für Oralchirurgie, Implantologie und Parodontologie stellte Dr. Claudia Schroeder aus Mönchengladbach vor. Erst mithilfe der DVT-Diagnostik konnten diese schwierigen Fälle erfolgreich behandelt werden. Damit die privaten Krankenkassen die Aufnahmen bezahlen, reicht Schroeder Urteilsbegründungen für die DVT mit ein. Als Quelle für solche Urteile nannte sie www.juradent.de. Die GKV übernehmen die Kosten jedoch nicht.

Der zweite Tag wurde von Dr. Josef Diemer (Meckenbeuren) und ZTM Guido Gäßler (Ulm) eröffnet, die als „Duo Zahnarzt – Zahntechniker“ über ihre Zusammenarbeit bei der
Dr. Josef Diemer (l.) und ZTM Guido Gäßler (r.)
Dr. Josef Diemer (l.) und ZTM Guido Gäßler (r.)
3D-Implantatplanung berichteten. Wie auch beim alltäglichen Teamwork ergänzten sich ihre wechselnden Parts gekonnt. Bei der Behandlungplanung arbeitet Diemer mit dem PaX-Duo3D von orangedental, das über ein Field of View (FoV) von 12 x 8,5 cm bis 5 x 5 cm verfügt. Er betonte die gute Qualität der Bilder, die Vertrauen und Sicherheit bei der Planung gebe. Gäßler erläuterte sein 3DIP-Konzept (www.3DIP.de, dreidimensionale Implantatplanung), das auf CT- oder DVT-Daten basiert und eine genau geplante Positionierung des Implantats im Kieferknochen ermöglicht. Für die Aufnahme erhält der Patient eine individuelle CT-/DVT-Schablone, die anschließend zusammen mit den
Dr. Thomas Spielau MSc.
Dr. Thomas Spielau MSc.
Daten an das Labor geschickt wird, um die eigentliche Bohrschablone herzustellen. Als Fazit zog Diemer, dass er froh sei, in die 3D-Panung eingestiegen zu sein, auch wenn es einer langen Einarbeitungsphase bedurfte. Es lohne sich, denn man sei besser als andere. Dazu seien allerdings auch erfahrene Partner im Labor nötig.

Dr. Thomas Spielau MSc. (Kevelaer) gab Antworten auf die Frage „ Warum 3D? Vermarktung in der Praxis“. Ein wichtiger Punkt sei die Rechtssicherheit und die Rechtsprechung gebe immer mehr Rückendeckung für den Einsatz der DVT. Oftmals ist die Diagnostik anhand eines OPG nicht ausreichend. Spielau betonte: „Wir Zahnärzte müssen lernen, den Wert einer Leistung dem Patienten zu vermitteln. Einen Preis, dessen Wert der Patient akzeptiert, wird er zahlen.“
Prof. Dr. Dr. Nils-Claudius Gellrich
Prof. Dr. Dr. Nils-Claudius Gellrich


Abschließend zeigte Prof. Dr. Dr. Nils-Claudius Gellrich Patientenfälle aus der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie an der Medizinischen Hochschule Hannover, deren Behandlung mithilfe der 3D-Bildgebung möglich wurde. In interaktiven Falldiskussionen konnten die Teilnehmer ihr Wissen einbringen bzw. überprüfen. Gellrich wies auf die Qualitätssicherung durch 3D hin, aber auch darauf, dass die Indikation dafür klar gegeben sein müsse.

Nach dem fachlichen Teil der Veranstaltung erwartete die Teilnehmer am Abend das traditionelle Sommerfest unter dem Motto „Let’s dance orange“, das die wenig sommerlichen Temperaturen schnell vergessen ließ.


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Unter dem Motto "Let's dance orange" fand das traditionelle Sommerfest auf dem Gelände von orangedental statt.   Sommerfest 2   Sommerfest 3   Sommerfest 4   Sommerfest 5   Sommerfest 6  


Vorankündigung: Die 4. DVT-Fortbildungstage finden am 6. und 7. Juli 2012 in Biberach statt.

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