4. Hint-ELs-Symposium: Perspektiven computergestützter Zahntechnik

Drucken aktualisiert am 14.03.2010

Am 20. Februar 2010 lud der Griesheimer CAD/CAM-Spezialist Anwender aus dem In- und Ausland zum Hint-ELs-Symposium nach Darmstadt ins Maritim Konferenzhotel ein. Die rund 70 Teilnehmer erwartete ein abwechslungsreiches Vortragsprogramm rund um die computergestützte Fertigung von Zahnersatz sowie die Vorstellung der Neuheiten aus dem Hause Hint-ELs.

Rund 70 Teilnehmer besuchten das 4. Hint-ELs-Symposium in Darmstadt.
Rund 70 Teilnehmer besuchten das 4. Hint-ELs-Symposium in Darmstadt.


Nach der Begrüßung durch ZTM Josef Hintersehr, Geschäftsführer von Hint-ELs, und Feri Nadj,
Hint-ELs-Geschäftsführer ZTM Josef Hintersehr.
Hint-ELs-Geschäftsführer ZTM Josef Hintersehr.
verantwortlich für Vertrieb, Marketing und Qualitätskontrolle, eröffnete PD. Dr. András Szentpétery, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, die Vortragsreihe mit der Frage „Artikulation – warum und wie macht man es richtig?“. Er zeigte auf, dass es eine große Anzahl mechanischer Artikulatoren gibt, deren Anwendung jedoch arbeitsintensiv und komplex ist, sodass oftmals eher die Ungenauigkeit akzeptiert als die „unrentable“ Mehrarbeit geleistet wird. Ein mathematisch simulierter virtueller Artikulator sei theoretisch besser als alle mechanischen Artikulatoren. So könne jeder Parameter naturgetreu in beliebigen Inkrementen verändert und die Bennett-Bewegung als ISS, Bennett-Winkel oder beides eingestellt werden. Ferner müsse der virtuelle Artikulator nicht in der Zentrik verriegelt und für die Bewegungen freigegeben werden. Mit den meisten CAD/CAM-Systeme können nur statische Kauflächen generiert werden, die nur in der Zentrik, nicht aber bei den Bewegungen passen. Eine dynamische Kauflächengestaltung, wie sie der virtuelle Artikulator der Hint-ELs-Software ermögliche, werde in den seltensten Fällen geboten.

Volker Voigt, Geschäftsführer von biodentis (Leipzig), wies darauf hin, dass beim Chipping in der Regel eine Fraktur innerhalb der Verblendkeramik auftritt. Dies sei darauf zurück zu führen, dass bei der manuellen Verblendung Einschlüsse entstehen, von denen ausgehend sich Mikrorisse bilden können. Die Infix®-Technolgie von absolute ceramics minimiere das Risiko für Chipping, indem auch die Verblendung computergestützt erfolgt: Die Gerüststruktur wird aus Zirkoniumdioxid und die Verblendschicht aus Glaskeramik gefräst. Verbunden werden beide Elemente mit einem Glaslot.

ZTM Ralf Rondeck stellte mit Dentsecure (Leipzig) ein neues Konzept für einen partnerschaftlichen Laborverbund mit eigenem Fräszentrum vor, „das nicht von der Industrie beherrscht wird“. Dies biete Zahntechnikern die Chance, ohne Investitionen, vertragliche Bindung und ohne Mindestumsätze an zukunftssicherer CAD/CAM-Technologie teilzuhaben. Das Angebot richtet sich an maximal 600 Labore als Kooperationspartner. Das Anfangs-Investitionsvolumen beträgt 5,5 Millionen Euro. Als Partner konnte die Firma Hint-ELs gewonnen werden.

Joachim Neutzling (Swiss-Medent, Goldbach) informierte über das sogenannte Hybrid-Abutment. Dieses vereint sowohl die Stabilität von Titan als auch das ästhetische Potenzial von Zirkoniumdioxid in sich, indem Titanklebebasen mit individuellen Zirkoniumdioxid-Abtuments kombiniert werden. Hierzu wurden die Geometrien der Klebebasen, die mit passenden Interfaces für bereits sechs der verbreitetsten Implantatsysteme erhältlich sind, in die Konstruktionssoftware von Hint-ELs integriert. Bei der virtuellen Modellation der individuellen Abtuments kann der Sulkus gezielt definiert werden, da eine farbcodierte Anzeige der Kompression der Gingiva möglich ist.

Uwe Brick (3D Systems, Darmstadt) erklärte die Funktionsweise von vier verschiedenen Rapid Prototyping-Verfahren. Bei der Stereolithografie wird eine Bauplattform in einem Behälter mit flüssigem Kunststoff positioniert und die geplante Geometrie durch die schichtweise Materialerhärtung mit einem Laserstrahl nach und nach aufgebaut. Für den Aufbau jeder neuen Schicht wird die Bauplattform innerhalb des Behälters abgesenkt. Beim Lasersinterverfahren wird gezielt Metallpulver durch einen Laserstrahl aufgeschmolzen, sodass schichtweise das gewünschte Objekt entsteht. Das Multi-Jet-Printing entspricht der Funktionsweise herkömmlicher Tintenstrahldrucker und beim Film-Transfer-Imaging wird ein Film auf eine Glasplatte gezogen, unter der sich ein Beamer befindet, der die Materialschicht auf dem Film gemäß der CAD-Planung erhärtet.

Die mit Spannung erwartete neue Konstruktionssoftware Hint-ELs® dentalMagic wurde von ZTM Josef Hintersehr vorgestellt. Die Bedienoberfläche zeichnet sich durch eine minimalistische Struktur aus, um die Anwenderfreundlichkeit zu erhöhen. So werden nur jene Buttons eingeblendet, die gerade benötigt werden. Die hinterlegte Zahndatenbank und zahlreiche Automatikfunktionen in Kombination mit einem virtuellen Wachsmesser und einem Freeform-Tool sollen den Workflow für den Anwender so einfach wie möglich gestalten und gleichzeitig bei Bedarf jede Freiheit für eine vollkommen flexible Konstruktion gewährleisten. Als weiteres Highlight berichtete ZTM Hintersehr von den Herausforderungen, denen er sich bei der Entwicklung des Intraoralscanners Hint-ELs® directScan gegenüber gestellt sah. Dieser basiert auf der Streifenlichttechnologie und arbeitet bereits seit dem ersten Prototypen, der vor fünf Jahren entstand, mit blauem Licht. Mittlerweile wurden 25 seriennahe Muster angefertigt, die der abschließenden Erprobung des Hightech-Geräts durch Zahnärzte und Zahntechniker dienen.
Feri Nadj demonstrierte die Anwendung des Intraoralscanners Hint-ELs® directScan.
Feri Nadj demonstrierte die Anwendung des Intraoralscanners Hint-ELs® directScan.
Bei der Anwendung ist zu beachten, dass insbesondere die in der Regel relativ transluzenten Frontzähne leicht mit Puder zu bestäuben sind. Bei 70–80 % der Molaren kann auf eine Mattierung verzichtet werden. Am Touchscreen kann das virtuelle Modell in alle Richtungen gedreht und die Qualität des Scans leicht kontrolliert werden. Für die Erfassung eines Einzelscans sind mindestens drei Aufnahmen erforderlich. Prinzipiell ist dem Anwender hinsichtlich der Scananzahl jedoch kein Limit gesetzt: Beliebig viele Aufnahmen werden zuverlässig gematcht.

Mit einem Zitat – „Menschen mit einer neuen Idee gelten so lange als Spinner, bis sich die Idee durchgesetzt hat“ – von Mark Twain endete das abwechslungsreiche Vortragsprogramm. Anschließend nutzten die Teilnehmer die Möglichkeit, den neuen Intraoralscanner zu testen.

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Hint-ELs-Geschäftsführer ZTM Josef Hintersehr.   Feri Nadj demonstrierte die Anwendung des Intraoralscanners Hint-ELs® directScan.  

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