Anwenderbericht

Okklusalaufbiss positioniert Patienten immer in der „scharfen Schicht“

Drucken Von Agnes Jutkiewicz    aktualisiert am 01.12.2011

Die Autorin ist in einer Zahnarztpraxis für das Panoramaröntgen verantwortlich. Seit zwei Jahren nutzt sie den neuen automatischen Okklusalaufbiss und machte die Erfahrung, dass keine Aufnahmen mehr wiederholt werden müssen und gleichzeitig die Bildqualität überzeugend ist. Das schützt vor unnötiger Strahlenlast und vermindert den Arbeitsaufwand in der Praxis.

Abb. 1: Die Kinnspitze ist nicht komplett abgebildet. Zudem zeigt die Aufnahme die Front im Ober- und Unterkiefer unscharf.
Abb. 1: Die Kinnspitze ist nicht komplett abgebildet. Zudem zeigt die Aufnahme die Front im Ober- und Unterkiefer unscharf.


Trotz gut geschultem Personal können im Praxisalltag fehlerhafte Röntgenaufnahmen entstehen. Insbesondere
Abb. 2: Auch hier ist die Front nicht klar dargestellt, eine präzise Diagnostik der Oberkieferfront kann so nicht erfolgen.
Abb. 2: Auch hier ist die Front nicht klar dargestellt, eine präzise Diagnostik der Oberkieferfront kann so nicht erfolgen.
zappeligen Kindern, älteren oder kranken Menschen fällt es oft schwer, die optimale Kopfposition für die Aufnahme einzuhalten. Solche Schwierigkeiten hatten bei uns früher unmittelbaren Einfluss auf die Bildqualität. So entstand etwa eine Verschattung auf dem Röntgenbild, wenn der Kopf schräg nach hinten geneigt war, dagegen wurden die Zähne unscharf abgebildet, war der Kopf nach vorne geneigt. Selbst mit den Halterungen an der Schläfe konnte der Kiefer nicht vollkommen ruhig gestellt werden. Daraus resultierende, verwackelte oder unscharfe Bilder führten teilweise dazu, dass der Patient noch einmal den Röntgenstrahlen ausgesetzt werden musste. Auch konnte es geschehen, dass bei einer Aufnahme beispielsweise die Kinnspitze nicht komplett abgebildet war. Mit solchen Verschiebungen geht oft eine Unschärfe des Ober- und Unterkiefers einher (Abb. 1). Unschärfen und Überblendungen führen dann dazu, dass (wie in Abb. 2) eine präzise Diagnostik unmöglich ist.

Fehlpositionen vermeiden



Beim Panoramaröntgen ist die optimale Positionierung des Patienten im Gerät wichtig. Die „Frankfurter Horizontale“ muss eingehalten werden, um eine gute Bildqualität zu erhalten und Fehlaufnahmen zu vermeiden. Mit dem kleinen Aufbiss, den wir früher nutzten, waren Patienten nicht immer optimal zu positionieren.
Abb. 3: Der Okklusalaufbiss sorgt für perfekte Bildqualität und erleichtert die tägliche Arbeit in der Praxis.
Abb. 3: Der Okklusalaufbiss sorgt für perfekte Bildqualität und erleichtert die tägliche Arbeit in der Praxis.
War der Patient beispielsweise teilbezahnt, ließ sich die Biss-Kerbe für die oberen Frontzähne nur schwer treffen. Auch die Auflagefläche war sehr klein, sodass sich der Kopf des Patienten schnell in die eine oder andere Richtung neigen konnte.

Seit fast zwei Jahren setzen wir den neuen automatischen Okklusalaufbiss für unser Röntgensystem ORTHOPHOS XGPlus (Firma Sirona, Bensheim) ein (Abb. 3). Damit haben sich die Vorbereitungen für eine Aufnahme bei uns deutlich verkürzt und vereinfacht. Zunächst positioniere ich den Patient grob und lasse ihn auf die Schaumstoffrille beißen. Das breite und weiche Schaumstoff-Mundstück verhindert ein seitliches Verdrehen des Kopfes und ist auch für teil- oder unbezahnte Kiefer geeignet. Integriert in den Okklusalaufbiss befindet sich ein Sensor, der die Aufbiss- und Kopfneigung übermittelt. Die Daten dienen der Feinjustierung, die am Bedienpanel Easypad intuitiv erfolgt. Eine Wippe am Aufbiss überträgt die Kopfneigung. Ist der Kopf beispielsweise etwas zu weit nach vorne geneigt, fährt das Gerät automatisch nach oben, bei nach hinten geneigtem Kopf nach unten. Es stoppt automatisch, wenn die optimale Position erreicht ist.
Abb. 4: Alle Zähne sind scharf abgebildet, die Kieferhöhlen und der Mandibularkanal werden klar wiedergegeben.
Abb. 4: Alle Zähne sind scharf abgebildet, die Kieferhöhlen und der Mandibularkanal werden klar wiedergegeben.
Dann kann ich die Midsagitale prüfen und den Kopf des Patienten mit den motorischen Stirn- und Schläfenstützen fixieren. Vorm Auslösen der Aufnahme lasse ich den Patienten die Zunge ans Gaumendach anlegen.

Ein Aufbiss für alle



Auch beim Anfertigen von DVT-Röntgenaufnahmen ist eine perfekte Positionierung des Patienten von entscheidender Bedeutung. Der Okklusalaufbiss vereinfacht durch die automatische Einstellung den Praxisalltag enorm. Dies trifft auch auf die Vor- und Nachbereitung der Röntgenaufnahmen zu. Musste ich früher die verschiedenen Aufbisse je nach Patient und Anwendung wechseln, fällt dieser Arbeitsschritt heute weg. Nach der Aufnahme entsorge ich einfach die blaue Einweg-Aufbissfläche aus Schaumstoff und entkeime die weiteren Elemente
Abb. 5: Die Kinnspitze des Patienten ist komplett abgebildet und die Zähne sind bis zu den Wurzelspitzen sichtbar. Auch der Zahnschmelz lässt sich erkennen.
Abb. 5: Die Kinnspitze des Patienten ist komplett abgebildet und die Zähne sind bis zu den Wurzelspitzen sichtbar. Auch der Zahnschmelz lässt sich erkennen.
problemlos mittels Sprühdesinfektion. Auch der Wechsel von Aufbiss-Teilen zum Beispiel beim Übergang von Panorama-Standard- auf TSA-Oberkieferaufnahmen oder DVT-Bilder entfällt.

Für jeden geeignet



Der Okklusalaufbiss eignet sich für jeden Patienten, ob bezahnt oder unbezahnt. Durch die Höhenverstellbarkeit kann ich ihn zudem für alle Körpergrößen einsetzen. Auch unsere Patienten kommen damit gut zurecht. Zwar wollen einige noch das Kinn auflegen, weil sie dies von früheren Orthopantomogrammen oder Bissflügelaufnahmen her kennen. Die Gewöhnung an das neue System geht aber sehr schnell. Die Patienten empfinden den Okklusalaufbiss als sehr angenehm, weil er weich ist.

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Abb. 2: Auch hier ist die Front nicht klar dargestellt, eine präzise Diagnostik der Oberkieferfront kann so nicht erfolgen.   Abb. 3: Der Okklusalaufbiss sorgt für perfekte Bildqualität und erleichtert die tägliche Arbeit in der Praxis.   Abb. 4: Alle Zähne sind scharf abgebildet, die Kieferhöhlen und der Mandibularkanal werden klar wiedergegeben.   Abb. 5: Die Kinnspitze des Patienten ist komplett abgebildet und die Zähne sind bis zu den Wurzelspitzen sichtbar. Auch der Zahnschmelz lässt sich erkennen.  

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