Anwenderbericht: Osbone®

Neues vollsynthetisches Knochenersatzmaterial

Drucken aktualisiert am 04.11.2010

Dr. Kay Pehrsson, Fachzahnarzt für Oralchirurgie, ist seit über 20 Jahren implantologisch tätig, davon 14 Jahre an der Universität Göttingen. Pro Jahr setzt er zwischen 500 und 600 Implantate verschiedener Hersteller. Seit April 2010 benutzt er bei Augmentationen regelmäßig Osbone®, ein synthetisches Hydroxylapatit der curasan AG. Zahnarzt & Praxis fragte nach seinen bisherigen Erfahrungen.

Osbone 01


Herr Dr. Pehrsson, nach welchen Kriterien entschieden Sie sich für Osbone®?

Wichtig war mir die etwas langsamere Remodellationszeit gegenüber den reinen ß-TCP-Produkten, insbesondere bei der Anwendung im Rahmen der Sinusbodenaugmentation, da sich hier häufiger Resorptionen gezeigt haben, sodass Implantate nach Abschluss der Einheilzeit röntgenologisch nicht mehr vollständig von neugebildetem Knochen bzw. osteoidem Material umgegeben waren.

Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Produkt gemacht? Welche Vorteile bietet es?

Aufgrund der hohen Porösität ist das Material sehr saugfähig und nimmt eine große Menge Eigenblut/Defektblut des Patienten auf, was mit Sicherheit den primären Heilungsprozessen und Umbauprozessen zugutekommt. In der praktischen Anwendung ist die Modellation insbesondere bei großen Defekten durch die Makrostruktur der Bruchstücke erleichtert. Diese Makrostruktur erschwert allerdings auch das Füllen kleiner Spalträume wie sie bei der Sofortimplantation vorkommen. In die Schleimhaut verlagerte Anteile könnten aufgrund ihrer Scharfkantigkeit Anlass für leichte Beschwerden bieten. Die gute Röntgenopazität macht sich in der Kontrolle positiv bemerkbar.

Die Tatsache, dass es sich um ein rein synthetisches Material handelt, erleichtert manchen ängstlichen Patienten die Entscheidung wesentlich. Damit entfällt auch ein heikles Thema der Patientenaufklärung und mindert sich letztendlich das Haftungsrisiko wegen etwaiger allergischer oder infektiöser Reaktionen. Auch in einer zweiten Richtung ist Osbone® aufklärungsfreundlich, weil ein ganzes Thema entfällt: Es enthält keine Nanopartikel. Bei allen Vorteilen dieser Technik dürfen die bisher ungeklärten Fragen des Verbleibs solcher Partikel im Organismus nicht einfach vom Tisch gewischt werden.

Für welche Indikationen setzen Sie Osbone® ein?

Die Frage ist leichter andersherum zu beantworten: Momentan sehe ich keine Kontraindikation für den Einsatz von Osbone®. Man kann damit mehrwandige Knochendefekte auffüllen (z.B. nach Zystektomie), Kieferkamm augmentieren, bei einem Sinuslift augmentieren, frische Extraktionsalveolen auffüllen, es für ausgedehnte Furkationsdefekte nutzen usw. Auch die von curasan vorgelegten In-vitro-Studien sprechen für eine hervorragende Osseointegration. Aber wie bei jedem neuen Produkt müssen zur definitiven Beurteilung selbstverständlich auch hier zunächst einmal ausreichend viele Fälle abgeschlossen und dann ausgewertet werden.

Welche Tipps geben Sie Osbone®-Erstnutzern?


Grundsätzlich, das ist nichts Neues, sind die Knochendefekte vollständig zu füllen. Eine Überfüllung ist zu vermeiden, um einen spannungsfreien Verschluss zu erzielen. Die guten Eigenschaften von Osbone® beruhen auch auf der multiporösen Struktur des Granulats. Dadurch kann das Material gut erschlossen und die Zellversorgung gewährleistet werden. Um diesen Effekt auch optimal zu nutzen, sollte Osbone® nicht zu stark verdichtet werden!

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