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Vier Champions-Implantate mit Frühbelastung
DruckenIn der Literatur wird zunehmend die Verwendung kurzer Implantate in Verbindung mit einer Sofort- bzw. Frühbelastung diskutiert. Nach einer systematischen Übersicht und Metaanalyse der Auswirkungen der Implantatlänge auf die Überlebensrate bei Zahnimplantaten schlussfolgern Kotsovilis et al. [1], dass die Verwendung kurzer Implantate mit rauer Oberfläche verglichen mit der konventioneller Implantate mit rauer Oberfläche nicht minder effektiv ist.

Ein Jahr nach Implantation
Bei sachgerechtem Einsatz lassen sich mit Implantaten von 6–9 mm Länge kumulative Überlebensraten in Funktion erreichen, die denen längerer Implantate vergleichbar sind [2]. Kurze Implantate sollten als Alternative zu komplexen Knochenaugmentationen in Betracht gezogen werden, weil bei der chirurgischen Alternative eine höhere Morbidität zu erwarten ist, die Behandlung länger dauert und für den Patienten kostspieliger ist [3]. Das entscheidende Kriterium für eine erfolgreiche Sofort- bzw. Frühbelastung ist die Primärstabilität. Verglichen mit konventionellen Belastungszeitpunkten erbrachte eine Metaanalyse von 13 prospektiven Studien keine schlechteren Ergebnisse nach Frühbelastung [4].
Sofort belastete verblockte Implantate im seitlichen Unterkiefer können mit ähnlichen Hartgewebsreaktionen einheilen wie verzögert belastete Implantate. Zudem scheinen Sofortbelastungen die Ossifikation des Alveolarknochens um die Implantate zu verstärken [5]. Degidi et al. [6] stellten in einer histomorphologischen Analyse des menschlichen Gewebes folgendes fest: Nach 4–8 Wochen waren an den sofort belasteten wie auch an den verzögert einheilenden Implantaten sehr starke Knochen-Implantat-Kontakte zu verzeichnen, wobei nach Sofortbelastung größere Knochenmengen auftraten. Die Sofortbelastung beeinträchtigt nicht die Knochenbildung in der frühen Einheilphase.
Kasuistik
Die 48-jährige Patientin stellte sich mit dem Wunsch nach festsitzender Versorgung im Unterkiefer rechts vor. Abb. 1 zeigt den vorhandenen Zahnersatz im 4. Quadranten. Abb. 2 verdeutlicht die klinische Situation. Das Schnittbild (Abb. 3) zeigt einen kompakten Unterkiefer. Um den Sicherheitsabstand zum N. alveolaris inferior in regio 45–47 einhalten zu können, entschieden wir uns in diesem Bereich für die Insertion 8 mm langer Champions-Implantate. Abb. 4 zeigt die Planung.
Implantation
Im ersten Schritt entfernten wir den Geschiebeanteil am Zahn 43 distal (Abb. 5). Mit einem Vorbohrer (Durchmesser 1,8 mm) erfolgte die Aufbereitung der Knochenkavität bis zur geplanten Endtiefe. Danach wurde die Implantatkavität mit einer Sonde mesial, distal, vestibulär, oral und kaudal auf mögliche Perforationen untersucht (Abb. 6). Im Unterkiefer ist in der Regel die weitere Aufbereitung der Kavität mit Bohrern aufsteigenden Durchmessers notwendig. Auch Bonespreader können ggf. zum Einsatz kommen. Nach wiederholter Kavitätenkontrolle wurden alle vier Implantate inseriert (Abb. 7). Abb. 8 zeigt die Situation nach erfolgter Implantation. Auffällig ist hier die geneigte Implantatachse bei 45. Um das Foramen mentale sicher zu umgehen, wählten wir hier ganz bewusst eine paranervale Insertionsachse. Das Schnittbild dieser Region (Abb. 9) verdeutlicht die gefahrlose Implantatposition im Nervbereich. Im Anschluss erfolgte eine Impregum-Abformung, die Herstellung eines Provisoriums mit primärer Verblockung und die Zementierung des Provisoriums bis zur geplanten Eingliederung der Zirkondioxidbrücke (Abb. 10).
Endgültiger Zahnersatz eine Woche nach Implantation
Nach dem Ausgießen der Abformungen beschliff der Techniker die Modellanaloge in dem Maße, wie es für die spannungsfreie Eingliederung des Zahnersatzes notwendig ist (Divergenzausgleich). Dann fertigte er Kunststoffkäppchen/Präparationshilfen an, die in der Zahnarztpraxis helfen, die Präparation der Implantate exakt in der gleichen Weise durchzuführen (Abb. 11). Das Ziel der geplanten Stumpfpräparation verdeutlicht Abb. 12. Nach Einsetzen der Kunststoffkäppchen können die herausragenden Stumpfanteile problemlos präpariert werden (Abb. 13). Nach Abnahme der Kunststoffkäppchen wurde die Zirkondioxidbrücke definitiv zementiert (Abb. 14). Abb. 15 zeigt den postoperativen Röntgenbefund ein Jahr nach Eingliederung des Zahnersatzes.
Fazit
Auch mit kurzen Implantaten ist eine Frühbelastung erfolgreich möglich. Voraussetzung dafür ist eine Primärstabilität zwischen 40 und 70 Ncm bei jedem Implantat und eine größere Anzahl von Implantaten. Diese einfache Vorgehensweise bietet viele Vorteile: Die Anfertigung des Zahnersatzes ist von jedem Hauszahnarzt leicht durchführbar und die Behandlung ist für den Patienten schonend, schnell und finanziell erschwinglich.




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