Praxen berichten über Neuheiten aus einem Prophylaxesortiment

Drucken Von Dr. Doreen Jaeschke    aktualisiert am 11.12.2009

Gründlich, zuverlässig, möglichst atraumatisch und dabei perfekt im Handling, so wünschen sich Prophylaxeteams allgemein ihr Handwerkszeug. Doch der Teufel liegt oft im Detail und es scheitern gut gemeinte Ideen der Entwickler an persönlichen Vorlieben in den Praxen. Bei Komet/Brasseler gibt es im Prophylaxesortiment seit vergangenem Jahr einige Neuentwicklungen, die laut Hersteller bei verbesserten Poliereigenschaften verstärkt Hygiene und ökologische Aspekte in die Konstruktion einbezogen haben. Die Autorin wollte wissen, wie sich diese in den Praxen bewähren, und informiert nachfolgend unter Einbeziehung der entsprechenden Produktangaben

Das Prophylaxesortiment von Komet hat einige Neuentwicklungen zu bieten.
Das Prophylaxesortiment von Komet hat einige Neuentwicklungen zu bieten.


Laut den „Empfehlungen zur Infektionsprävention in der Zahnheilkunde“ (Robert-Koch-Institut 2006) stellen gerade Polierbürsten und Lamellenpolierer ein spezielles Problem dar. Einerseits sind diese häufig nach getaner Polierarbeit mit Blut, Speichel und Polierpaste kontaminiert. Andererseits kämpfen die Mitarbeiterinnen seit jeher mit besonderen Schwierigkeiten bei der Reinigung dieser Formen, die, einmal mit besagtem Gemisch getränkt, weder manuell noch maschinell wirklich zuverlässig aufbereitet werden können. Da bleibt als Einmalartikel nur die Entsorgung. Die „Neuen“ sollen in diesem Punkt Alternativen bieten, denn die Arbeitsteile (Kelche/Bürstchen) wurden abnehmbar gestaltet. Das zugehörige Mandrell ist nach der Aufbereitung wiederverwendbar, das genutzte Arbeitsende wird entsorgt. „Pop-On“ (mit dem passenden Mandrell REF 309.204) und „Screw-In“ (mit dem passenden Mandrell REF 312.204) heißen die beiden Varianten.

Screw-In oder Pop-On?



Für beide gibt es die Gummikelche in Gelb und Blau. Die unterschiedlichen Farben kennzeichnen die unterschiedliche Härte der Polierer: Blau (REF 9532, 9672) sind eher die normalen Polierer zum Entfernen von Zahnbelag und zum Polieren, dies insbesondere in Sulkusnähe zur Schonung der Weichgewebe, während die gelben (REF 9532H, 9672 H) als harte Polierer zum Entfernen von starkem Zahnbelag eingesetzt werden. Ein Spritzschutz am Lamellenpolierer verhindert zusätzlich das Eindringen von Polierpaste in das Winkelstück. Ebenfalls zum Test kam die wohl kleinste unter den Polierbürsten (REF 9531.204.020). Vormontiert und universell einsetzbar soll sie flache Fissuren reinigen und hilfreich bei der PZR von Bracket-Patienten sein. Noch schonender ist die pinkfarbene Kelchbürste (REF 9645F.204.060) mit feinen Borsten, die mittlerweile auch als Srew-In-Variante (REF 9533F.000.060) erhältlich ist.

Auf jeder Verpackung wird die empfohlene Drehzahl für das jeweilige Produkt genannt: bei Polierern und Bürsten, die mit Polierpaste eingesetzt werden, 1.500 Umdrehungen pro Minute. Gerade bei den Polierkelchen vermeidet das unnötiges „Verspritzen“ der Polierpaste und sichert zudem optimale Ergebnisse bei minimalem Risiko. „Schrauber oder Popper“ – ist das nun die Frage? Um gezielt den Vorlieben der Behandler nachzugehen, wurden die abgebildeten Varianten mit drei Prophylaxeteams in Praxen unterschiedlicher Spezialisierung getestet, mit durchaus variantenreichem Feedback.

Weniger Einwegmaterial zählt bei zertifizierter Praxis



„Anfangs hatten wir Probleme mit der Befestigung der Pop-On-Teile auf dem Mandrell, insbesondere wenn man die speichelbenetzten Teile abmontieren wollte. Daher habe ich zunächst lieber geschraubt.“, sagt Prophylaxemitarbeiterin Yvonne Cholewig. Die Polierleistung beider Polierer erhielt eine gute bis sehr gute Bewertung. Die Kollegin Yvonne Wieting (ZMF) zählt eher zu den „Pop-On-Favorisierern“: „Ich bereite mir die entsprechenden Mandrelle einfach vor und damit ist der Zeitaufwand am Patienten ähnlich wie bei herkömmlichen Systemen. Es geht beides, aber eben besser mit trockenen Händen.“ Überzeugt waren jedoch beide von der besseren Hygienefähigkeit mit weniger Einwegmaterial, zumal die Praxis bereits seit Jahren ISO-zertifiziert ist und sowohl implantologisch ausgerichtet als auch auf CMD-Patienten spezialisiert ist. „Bei den CMD-Patienten, die ja oft sehr sensibel sind, ist die pinkfarbene Polierbürste gut angekommen.“ Für die Hochglanzpolitur von Kunststofffüllungen in der Prophylaxe mit möglichst geringem Materialabtrag verwendet die Praxis die SiC-Bürsten, die bereits mit einem Abrasivmedium (Silizium-Karbid) durchsetzt sind und ohne Polierpaste eingesetzt werden. Neben der ursprünglichen Indikation, dem Polieren von Füllungen, können diese Bürsten auch im Rahmen der Prophylaxe zur Entfernung von Verfärbungen angewendet werden. Dies sind die Erfahrungen aus der Partnerschaft für Interdisziplinäre ZahnMedizin, Dr. Christian Köneke und Dr. Bertram Schroeder aus Bremen.

Vor der Behandlung wird die Bürste vormontiert



„Unsere Implantatpatienten sind sehr regelmäßig im Recall, und da merkt man bzw. auch die Patienten schon einmal den Unterschied“, so Prophylaxemitarbeiterin Andrea Kretschmer: „Die pinkfarbenen Bürstchen haben sich bestens bewährt.“ Insbesondere im Rahmen der Hygienerichtlinien bei chirurgischen Eingriffen schätzt sie sehr den Gedanken der geteilten Polierer und Bürstchen. „Das ist eine saubere Sache. Entweder sterilisierbar oder Einmalartikel, aber eben immer noch mit möglichst minimalem Materialaufwand“, bewertet sie und lobt die neue Screw-in-Variante der pinkfarbenen Polierbürsten. Zuverlässig nennt sie, tätig in der Praxis Dr. Knöfler und Dr. Ecke, Leipzig, auch die blauen und gelben Kelche und montiert vor der Behandlung einfach trocken die Pop-On-Variante vor.

Pop-On-Bürstchen bei Multiband im Einsatz



Sowohl die Pop-On-Bürstchen als auch die blauen und gelben Polierkelche sind für die Prophylaxe in der kieferorthopädisch ausgerichteten Praxis Drs. Bart Alink & Kollegen, Gronau, im Einsatz. Gerade bei schwer zugänglichen Ecken und Nischen während der Multibandbehandlung eignen sich die konischen oder kleineren Borstenfelder. Die pinkfarbene Bürste mit ihren betont weicheren Borsten wurde wegen ihrer atraumatischeren Wirkung gelobt. Das Team der kieferorthopädischen Assistentinnen favorisierte eher das Pop-On-Verfahren, das bei entsprechender Vorbereitung gut nutzbar sei. Polier- und Reinigungswirkung wurden hier während und nach kieferorthopädischer Behandlung für gut bis sehr gut befunden, insbesondere die gute Adaptation der weichen Kelche an die Zahnoberflächen. Dadurch sei eine gute Reinigung und Politur auch leicht subgingival und an schwer zugänglichen Nischen möglich. Für die letzten Problemstellen gerade bei verschachtelter Zahnstellung lobten die Mitarbeiterinnen eine montierte Bürste mit quasi „kleinstem“ Borstenfeld (REF 9531.204.020). Sie bewähre sich hervorragend für die Reinigung von Fissuren, jedoch aufgrund der kurzen Borstenlänge nicht für tiefere Fissuren. Das schmale Borstenfeld eigne sich in schwierigen Situationen sehr gut für die Prophylaxebehandlung bei Bracket-Patienten.  

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Dr. Doreen Jaeschke

Buntentorsteinweg 10

28201 Bremen

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