Anwenderbericht

Identium® Medium/Identium® Light in der Doppelmischabformung

Drucken Von Dr. Jürgen Wolz    aktualisiert am 15.02.2010

In dieser Kasuistik wird die Versorgung einer Lücke an 46 bei einer 42-jährigen Patientin beschrieben (Abb. 1), die sich nach Aufklärung für eine keramisch verblendete Brücke entschieden hatte. Ein Implantat wurde wegen des zu erwartenden Augmentationsbedarfs abgelehnt.




Nach Oberkieferabformung für das Gegenkiefermodell und Leitungsanästhesie im UK rechts erfolgte die Teilabformung
Abb. 1: Ausgangssituation.
Abb. 1: Ausgangssituation.
der zu präparierenden Stümpfe mit Silginat® (Kettenbach) zur Anfertigung der Provisorien. Bei der Stumpfpräparation war zu beachten, dass die Patientin auf Ästhetik Wert legte, weshalb eine ausgeprägte, intrasulkär liegende Hohlkehle anzulegen war. Nach Abschluss der Präparation wurden mit ViscoStat (Ultradent) getränkte Retraktionsfäden in den Sulkus eingebracht (Abb. 2).

Der Rim-Lock-Löffel für die Abformung der präparierten Stümpfe wurde anprobiert, gereinigt, getrocknet und mit Identium® Adhesive (Kettenbach)
Abb. 2: Präparierte Stümpfe mit Retraktionsfäden.
Abb. 2: Präparierte Stümpfe mit Retraktionsfäden.
eingestrichen, um eine sichere Retention des Materials im Löffel zu gewährleisten (Abb. 3). Nach Reinigung und Trocknung der präparierten Stümpfe wurden die im Sulkus liegenden Retraktionsfäden vorsichtig entfernt. Das blasenfreie Umspritzen der Stümpfe mit Identium® Light aus der Automix-Dispenser-Pistole erfolgte von gingival nach okklusal. Durch die außergewöhnlichen hydrophilen Eigenschaften des Abformmaterials verbleibt Identium® im Sulkus und wird nicht durch die Sulkusflüssigkeit verdrängt. Zeitgleich wurde der Abformlöffel aus dem Plug & Press® Dispenser (Kettenbach) mit Identium® Medium beschickt (Abb. 4),
Abb. 3: Auftragen des Haftlackes.
Abb. 3: Auftragen des Haftlackes.
innerhalb der Verarbeitungszeit von zwei Minuten eingebracht, mit leichtem Druck von distal nach mesial über die Zahnreihen gedrückt und in dieser Position gehalten.

Das geruchs- und geschmacksneutrale Material belastet die Patienten nicht und vermeidet somit übermäßigen Würgereiz oder Speichelfluss, was immer mit der Gefahr einer Verwacklung verbunden wäre. Nach Ende der Mundverweildauer wird der Abdruck möglichst parallel zu den Zahnachsen aus dem Patientenmund entfernt und das Ergebnis mithilfe einer Lupenbrille visuell begutachtet. Die mit Makroobjektiv angefertigten Detailaufnahmen sprechen für
Abb. 4: Beschicken des Löffels mit Identium® Medium.
Abb. 4: Beschicken des Löffels mit Identium® Medium.
sich: Die intrasulkär liegenden Präparationsränder sind absolut zeichnungsgenau und perfekt abgeformt (Abb. 5 u. 6). Das Ausgießen der Abformung ist ohne Wartezeit möglich. Dem schließen sich die üblichen Schritte der Registrierung und Übertragung an. Die keramisch verblendete Brücke von 45 nach 47 konnte ohne Korrekturen eingesetzt werden und erfüllte die funktionellen und ästhetischen Ansprüche der Patientin.

Fazit: Bei Verwendung des neuen mittelfließenden Abformmaterials Identium® Medium (hier in Kombination mit dem dünnfließenden Kartuschenmaterial Identium® Light in der Doppelmischtechnik) ergeben sich eine:
Abb. 5 u. 6: Zeichnungsschärfe von Identium.
Abb. 5 u. 6: Zeichnungsschärfe von Identium.
  • ausgezeichnete Fließfähigkeit bei hoher Standfestigkeit,
  • ausgeprägte Hydrophilie mit entsprechend gutem Anfließverhalten,
  • leichte Mundentnahme,
  • lange Verarbeitungszeit bei kurzer Mundverweildauer,
  • Geruchs- und Geschmacksneutralität,
  • detailgetreue Modellherstellung ohne Wartezeit.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist sehr gut, das Handling im Plug & Press®-System einfach, wodurch Verarbeitungsfehler vermieden werden!

 
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Fotostrecke
Abb. 1: Ausgangssituation.   Abb. 2: Präparierte Stümpfe mit Retraktionsfäden.   Abb. 3: Auftragen des Haftlackes.   Abb. 4: Beschicken des Löffels mit Identium® Medium.   Abb. 5 u. 6: Zeichnungsschärfe von Identium.  

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