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Vollständig digitale Prozesskette
Smart Dentistry: Digitale Lösungen für die intelligente Praxis
DruckenDie Digitalisierung ermöglicht schnellere und exaktere Diagnosen, eine bessere Patientenkommunikation und höhere Beratungsqualität, erleichtert Dokumentation und Archivierung, vereinfacht Arbeitsabläufe und steigert damit insgesamt die Wirtschaftlichkeit der Praxis. Das ist hinlänglich bekannt. Neu sind dagegen Anwendungen, die sich durch das Zusammenwachsen von digitalen Techniken für den Zahnarzt und für die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit dem Zahntechniker ergeben.

Abb. 1: Die digitale Abformung ist der Ausgangspunkt für die CAD/CAM-Fertigung, egal ob die Restauration chairside oder mit Unterstützung des Zahntechnikers hergestellt wird.
Es kommt nicht häufig vor, dass die eher konservative Dentalbranche gegenüber der Konsum-Elektronik die Nase vorn hat. Während Konzepte für „intelligentes“ Wohnen mit einer zentralen Steuerung vernetzter Haus- und Elektrogeräte auf ihre Realisierung warten, beginnen in der Zahnarztpraxis digitale Systemlösungen über das Praxisnetzwerk miteinander zu kommunizieren. Vorreiter der „smarten“ Zahnheilkunde waren die CAD/CAM-Technik und die Röntgentechnik. Die Firma Sirona nutzt ihre umfassende Systemkompetenz, um dem Zahnarzt durch die Kombination verschiedener digitaler Techniken beispielsweise in der Implantologie völlig neue Behandlungsmöglichkeiten zu eröffnen und die Zusammenarbeit mit dem Dentallabor zu vereinfachen.
Digitale Abformung
Seit vor über 25 Jahren das erste CEREC-System auf den Markt kam, hat sich die CAD/CAM-Technik rasant entwickelt und die Indikationen sind enorm erweitert worden: Heute lassen sich damit Kronen, Veneers, Brücken und Implantataufbauten genauso selbstverständlich herstellen wie Inlays. Und ständig kommt Neues dazu. Der Zahnarzt kann entscheiden, ob er seinen Patienten eine Behandlung in einer Sitzung bieten und die Restauration chairside herstellen möchte oder ob er in der klassischen Arbeitsteilung mit seinem Partnerlabor zusammenarbeitet – nur eben digital und ohne konventionelle Abdrücke. Dazu formt er die Zähne digital mit der Intraoralkamera CEREC Bluecam ab, lässt die CEREC-Software das virtuelle Modell berechnen und lädt den Datensatz auf der Internetplattform CEREC Connect hoch. Benötigt der Zahntechniker für die Fertigstellung ein Modell, bestellt er in der zentralen Fertigung mithilfe der Digitaldaten ein Stereolithografiemodell. Falls es schneller gehen muss, kann der Zahntechniker mit einer neueren inLab MC XL-Schleifeinheit auch inhouse Arbeitsmodelle fräsen. Die Prozesskette der digitalen Abformung, Konstruktion und Herstellung ist dadurch vollständig geschlossen.
Neue Software erhöht Bedienkomfort
Gesteuert wird der gesamte Prozess durch die jetzt vorliegende Softwareversion CEREC SW 4.0 mit ihrer intuitiven Benutzeroberfläche. Mithilfe fotorealistisch dargestellter Bedienelemente kann selbst ein Neueinsteiger sehr schnell arbeiten. War die Kauflächengestaltung früher noch ein aufwendiger Arbeitsschritt, gelingt dies heute dank der Biogenerik mühelos. Sie rekonstruiert den ursprünglichen Zahn vollautomatisch. Für manuelle Anpassungen durch den Anwender hat Sirona ein völlig neues Bedienkonzept entwickelt, das einen intuitiven Umgang mit den Werkzeugen erlaubt: CEREC SW 4.0 blendet die geeigneten Werkzeuge direkt an der Restauration ein. Mit einem Klick auf das Werkzeug und gedrückter Maustaste kann man direkt auf dem Zahn arbeiten und die vorgenommenen Veränderungen in Echtzeit sehen.
Integrierte Implantologie mit CEREC und DVT
CEREC fügt sich auch in ein ganzheitliches zahnmedizinisches Konzept mit unterschiedlichen Komponenten ein. Ein Beispiel ist die „integrierte Implantologie“, die durch Kombination von CEREC- und DVT-Datensätzen ermöglicht wird. Denn Implantationen sind auch heute noch riskant, da bei der Insertion empfindliche Strukturen unbeabsichtigt geschädigt werden können. Dieses Risiko kann durch eine simultane prothetische und chirurgische Vorabplanung gesenkt werden. Dazu wird eine DVT-Aufnahme mit einem optischen Abdruck des CAD/CAM-Systems überlagert. Auf der Basis einer prothetisch optimal konstruierten Krone schlägt das System die Implantatposition und -ausrichtung vor. Der Zahnarzt überprüft die chirurgische Realisierbarkeit, indem er die Knochenstärke und den Abstand zum Nervkanal misst. Zudem kontrolliert er die Ausrichtung von Abutment und Implantatkrone, um sicherzustellen, dass sie den Belastungen standhalten. Insgesamt sinkt damit das Misserfolgsrisiko deutlich.
Flexibilität bei der Bohrschablonenherstellung
Ist die Implantatplanung abgeschlossen, lässt sich aus dem Datensatz eine Bohrschablone generieren, die Bohrtiefe und -richtung genau vorgibt. So kann die Insertion exakt wie geplant umgesetzt werden. Ab Ende 2011 wird der CEREC-Anwender Bohrschablonen mit der CEREC MC XL-Schleifeinheit selbst schleifen können. Diese „Inhouse-Lösung“ ist schneller, kostengünstiger und erhöht die Wertschöpfung. Wählt man dagegen die externe Lösung, kann die Bohrschablone auf Basis der digitalen Abformung aus der CEREC-Software ohne Röntgenschablone und Gipsmodell bei der Firma SICAT in Bonn hergestellt werden. Die Anlieferung erfolgt innerhalb weniger Arbeitstage.
Ausblick
Das Zusammenwachsen digitaler Techniken in der Implantologie ist erst der Anfang einer Entwicklung, an deren Ende die „smarte“ Zahnheilkunde steht. Viele neue Anwendungen sind bereits in der Entwicklung, etwa der Gesichtsscan, der sich wiederum mit den DVT-Daten überlagern lässt und so eine naturgetreue Darstellung der anatomischen Strukturen von Gesicht, Zähnen und Knochen ergibt. Das so entstandene „virtuelle Spiegelbild“ des Patienten wird dem Zahnarzt ermöglichen, seinen Therapievorschlag unter quasi realen Bedingungen zu simulieren.
Sirona hat in den vergangenen Jahrzehnten in den digitalen Technologien umfassendes Know-how aufgebaut. Der Bau des Innovationszentrums in Bensheim wird Forschung und Entwicklung weitere Schubkraft geben.







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