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Serie: Falldokumentationen zahnärztlicher Laserbehandlungen
Entfernung einer Leukoplakie an der Zunge mit einem Er:YAG-Laser
DruckenUnser Autor Dr. Joachim Schiffer arbeitet in seiner Praxis seit Jahren mit den verschiedensten Dentallasern und leitet Fortbildungen zu diesem Thema. In seinen Artikeln stellt er Kasuistiken aus seiner Praxis vor, anhand derer man die grundsätzlichen Einsatzmöglichkeiten und ebenso die speziellen Lasereinstellungen für die verschiedensten Indikationen nachvollziehen kann. Dazu kommen einige Tricks aus seinem Erfahrungsschatz.

Abb. 1: Ausgangsbefund.
Beiträge zum Thema
Allgemeinmedizinische Anamnese
Ein 38-jähriger Mann mit unauffälliger Allgemeinanamnese (Nichtraucher, keine Risikogruppe) wurde zur Entfernung einer Leukoplakie überwiesen.
Zahnmedizinische Anamnese
Der Patient ist voll bezahnt und kariesfrei bei guter Mundhygiene. Die Schleimhäute sind gut durchblutet, jenseits der Leukoplakie fand sich kein weiterer pathologischer Befund.
Klinischer Befund
Es existieren keine scharfen Füllungsränder, die als Triggerfunktion Bedeutung hätten. Am rechten Zungenrand und Zungenkörper erstreckt sich ein ca. 6 x 2,5 cm langer Bereich, der weißlich verfärbt, leicht erhaben und etwas rau, aber nicht abwischbar ist.
Diagnose
Die Diagnose Leukoplakie war vor Überweisung bereits durch Probeexzision histologisch gesichert worden.
Behandlungsplan
Leukoplakien werden als Präkanzerosen bezeichnet und sind histologisch gesehen Veränderungen in der obersten Epithelschicht der Schleimhaut mit einer erhöhten Proliferationsrate, die zur Akanthose, Hyperkeratose, Para- und Leukokeratose führen kann. Die Entartungswahrscheinlichkeit liegt bei ca. 20 %, damit ist die Indikation zur Entfernung unbedingt gegeben.
Die lasergestützte Entfernung einer Leukoplakie stellt die unkomplizierteste Methode dar, da weder Nahtversorgung noch Nahtentfernung nötig sind. Die Wunde heilt über offene Granulation. Zur Entfernung sind alle in der Zahnmedizin gebräuchlichen Laser anwendbar. Zur schonenderen Behandlung empfehlen sich aber Laser mit einer geringen Eindringtiefe, z.B CO2-Laser oder Er:YAG-Laser, damit man die Läsion schichtweise abtragen kann. Eine thermische Tiefenwirkung gilt als erwünscht. Die Behandlung wird unter Lokalanästhesie des N. lingualis durchgeführt. Zur besseren Kontrolle empfiehlt es sich, die Zunge während der Behandlung mit einem Baumwolltupfer zu halten. In diesem Fall wurde mit einem Er:YAG-Laser der Fa. Fotona (Fidelis II plus) gearbeitet.
Lasereinstellungen
Der Er:YAG-Laser wurde mit 200 mJ und einer Frequenz von 15 Hz bei einer Pulslänge von 1.000 µs (VLP = very long puls) ohne Wasser betrieben. Dies ermöglicht durch den erzeugten Wärmeüberschuss ein weitgehend blutungsfreies Arbeiten mit thermischer Tiefenwirkung. Als Transmissionssystem wurde das Handstück RO14 mit einem Saphirtip benutzt.
Behandlungsablauf
Der Patient kam am 11.04.2006 zur Befundaufnahme und ersten Behandlung. Da ein histologischer Befund vom überweisenden Kollegen vorlag, konnte die Therapie in derselben Sitzung mit einem Er:YAG-Laser mit variablen Pulsbreiten begonnen werden. Die Abbildungen 3 und 4 zeigen die Schwierigkeit, einen einmal bestrahlten Bereich unmittelbar nach der Laserbehandlung daraufhin zu beurteilen, ob alle Veränderungen entfernt wurden.
Die erste Nachkontrolle erfolgte drei Tage später: Der Patient hatte nur geringe Beeinträchtigungen und Nachbeschwerden. Es wurden aber noch Reste der Leukoplakie festgestellt und entfernt. Um weitere Nachbehandlungen mit dem Laser zu vermeiden, wurde die Energieeinstellung bei ansonsten gleich gebliebenen Parametern von 200 auf 250 mJ erhöht. Jeder Bereich wurde dreimal mit dem Er:YAG-Laser bestrahlt. Da nun auch tiefer gelegene, gefäßführende Schichten in Mitleidenschaft gezogen wurden, kam es diesmal zu Blutungen, die aber mit dem Laser stillbar waren (Abb. 6).
Schlussbefund
Nach einer Abheilungsphase von vier Wochen konnte nun die restlose Entfernung der Leukoplakie festgestellt werden. Da bei dem Patienten anamnestisch keine durch Verhaltensänderung positiv beeinflussbaren Leukoplakie-Risiken erkennbar waren, muss langfristig mit einem Rezidiv gerechnet werden. Eine regelmäßige jährliche Nachkontrolle ist deshalb dringend anzuraten.









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