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Mit Lachgas gegen die Angst beim Zahnarzt – Teil 2
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Abb. 4: Kursteilnehmer bei praktischen Übungen im privaten Fortbildungszentrum für Kinderzahnheilkunde in München, www.fbz.kinderzahnaerzte.com.
Beiträge zum Thema
Anwendung der Lachgassedierung in der Kinderzahnheilkunde
Eine angemessene theoretische und praktische Ausbildung kann in Deutschland, z.B. über www.fbz.kinderzahnaerzte.com, oder im Ausland erworben werden, wobei ein mehrtägiger Kurs mit praktischen Übungen und Notfallmanagement zu empfehlen ist (Abb. 4). Ziel ist die leichte Sedierung bei erhaltenem Bewusstsein. Das Kind sollte also offene Augen haben und auf Anweisungen adäquat reagieren. Nüchternheit ist nicht erforderlich, es sollte jedoch nur eine leichte Mahlzeit minimal zwei Stunden vor Behandlung eingenommen werden [26]. Das Einverständnis der Eltern ist zwingend [2].
Ablauf beim Kind
- Behandlung in liegender Position (Abb. 5)
- Erkältung abklären
- Anbieten des Lachgases als Unterstützung, die stark und mutig macht
- Lachgas kindgerecht erklären: „wie Tauchen im Meer“ oder „Schweben wie ein Astronaut im Weltraum“
- Kind soll dann nicht mehr sprechen, Zeichen vereinbaren, nur zuhören
- Pulsoxymeter anlegen
- je nach Alter und Größe des Kindes „total flow“ mit 100 % Sauerstoff einstellen
- Nasenmaske aufsetzen und Atembeutel auf korrekten Durchfluss kontrollieren
- Dosierung ist vom Atemvolumen abhängig und wird individuell bestimmt
- Kontakt zum Patienten halten
- Lachgas-Gefühl ansprechen
- schrittweises Einleiten/Titrieren von Lachgas, bis der gewünschte Effekt erreicht ist, meist 20–30 %, nie höher als 50 %
- Anwendung von Kofferdam (Abb. 6)
- Behandlung des Kindes
- gegen Ende Lachgas abstellen
- 5 min Sauerstoff geben
- Kind kann die Praxis in elterlicher Begleitung verlassen
Bei zu schneller Administration kann Schwindel oder Übelkeit auftreten [37]. Die gesprochenen Worte werden unter dem Einfluss des N2O verstärkt, weshalb der Behandler mit sprachlichen Mitteln eine beruhigende, entspannte Atmosphäre schaffen sollte. Das Kind sollte nicht sprechen oder durch den Mund atmen. Die Anwendung von Kofferdam unterstützt dies automatisch. Darüber hinaus wird auch die Raumluftkontamination reduziert. Nach der Injektion des Lokalanästhetikums kann das N2O auf ein Niveau reduziert werden, bei dem sich der Patient kooperativ verhält [2]. Gegen Ende der Behandlung wird das Lachgas abgestellt und ca. 5 min lang reiner Sauerstoff gegeben. Der Puls und die Sauerstoffsättigung werden überprüft. Instruktionen bezüglich des Verhaltens nach der Behandlung (z.B. Lokalanästhesie, Extraktionen) sind selbstverständlich. Danach kann das Kind die Praxis in elterlicher Begleitung verlassen [17]. Ein längeres Verweilen in der Praxis nach der Behandlung ist nicht erforderlich.
Monitoring und Dokumentation
Das visuelle Monitoring (Reaktion auf verbale oder physikalische Reize, Beobachtung der Atmung, Hautkolorit) [2, 3] wird durch ein Pulsoxymeter (Abb. 7) ergänzt. Eine Überdosierung würde zu unerwünschten Nebenwirkungen wie Unruhe, Schwindel, Übelkeit, Schweißbildung, Kopfschmerzen und im Einzelfall zu Erbrechen [27] führen. Bei dem ersten Anzeichen einer Überdosierung (Stirnfalten, zunehmende Unruhe, kalter Schweiß) wird das N2O sofort durch Sauerstoff substituiert. Somit sind die Gegenmaßnahmen im Falle einer Überdosierung so gut steuerbar wie bei keiner anderen Sedierungsmethode. In der Patientenakte werden Herzfrequenz, arterielle Blutsauerstoffsättigung, Länge des Eingriffs, maximale Dosierung und Dauer der Nachbelüftung mit 100 % O2 dokumentiert [2].
Ausrüstung
Spezielle Lachgasgeräte (Abb. 8) für die Zahnheilkunde (z.B. Fa. Matrx, www.matrxmedical.com, Vertrieb: www.grodenta.nl; Fa. Porter Brown, www.porterinstrument.com) mischen N2O und O2. Das titrierte Gemisch, wobei immer die kleinste notwendige Dosis [16] verwendet werden sollte, wird über eine Nasenmaske kontinuierlich eingeatmet. Dabei kann nicht mehr als 50 % N2O verabreicht werden und damit auch nicht weniger als 50 % O2. In den meisten Fällen reichen 20–30 % N2O bei Kindern zur Sedierung aus. Die zahnärztlichen Lachgasgeräte müssen einen sogenannten Nitro-lock besitzen, der die N2O-Gabe ohne Sauerstoffbeimengung verhindert. Eine qualifizierte Ausbildung des Zahnarztes und seiner Assistenz [2, 39] und die fachgerechte Installation sind erforderlich, um eine sichere Anwendung zu gewährleisten. Die Raumluftkonzentration wird durch integrierte Absaugsysteme, durch Lüften der Praxisräume, durch Verhindern von Sprechen des Patienten, Verwendung von Kofferdam, Kontrolle von Undichtigkeiten und Wartung der Geräte vermindert. Sie sollte auch durch Messungen regelmäßig überprüft werden. Geräte zur N2O-Messung sind im Handel erhältlich (Abb. 9).
Resümee
Der zahnärztliche Einsatz der N2O-Sedierung ist in vielen Ländern etabliert und bewährt [10, 13, 24, 38, 47]. Das zahnärztliche Team kann sie ohne Risiken anwenden, wenn eine effektive Absaugung an der Nasenmaske und eine ausreichende Raumventilation vorhanden sind [33]. Das Verfahren ist ein geeignetes und sicheres Verfahren [8] für Patient und Personal. Sein Einsatz bei Kindern setzt selbstverständlich eine profunde Ausbildung voraus. Die N2O-Sedierung gilt als eine der sichersten Methoden [39] und wird von der European Academy of Paediatric Dentistry (www.eapd.gr) als Mittel der Wahl angeführt [23].
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Mit Lachgas gegen die Angst beim Zahnarzt – Teil 1
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