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Der erfolgreiche Ersatz seitlicher Schneidezähne
Schmale Implantate bei Aplasie – Teil 2
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Aplasie der beiden seitlichen Schneidezähne.
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Planung
Bei der Versorgung im oberen Frontzahnbereich stehen kosmetische Aspekte sehr stark im Vordergrund. Die Nichtanlage der oberen Incisivi bedeutet meist, dass der Zahnbogen in seiner Breite reduziert ist, da die Milchzähne eine geringere mesiodistale Ausdehnung aufweisen als die permanenten Zähne. Bei der Versorgung dieser verkleinerten Lücken (Einstiegsbild und Abb. 3) sind schon in der Planungsphase einige Dinge zu bedenken.
Infolge der Aplasie ist mit einem verminderten Knochenvolumen in vertikaler und horizontaler Richtung zu rechnen. Der Umfang des Verlustes bestimmt, ob augmentative Maßnahmen erforderlich sind. Bei der Patientin war keine Augmentation notwendig. Der langfristige Erfolg einer implantatgetragenen prothetischen Versorgung ergibt sich nicht nur aus funktionellen Aspekten, sondern auch aus der Wiederherstellung einer ansprechenden Rot-Weiß-Ästhetik [13, 14]. Ein natürlicher Gingivaverlauf um das Implantat und damit um die späteren Kronen erfordert eine entsprechende knöcherne Basis. Der Abstand zwischen dem Implantat und dem Nachbarzahn sollte 1,5–2,0 mm betragen [3, 15, 16]. Subtrahiert man von der Lückenbreite (auf Knochenniveau!) 3–4 mm, ergibt sich die Bandbreite für den Implantatdurchmesser. Bei der Auswahl des Implantates spielt nicht nur das Knochenangebot in mesial-distaler Richtung, sondern auch in vestibulo-oraler Richtung eine Rolle. Der vestibuläre Rand des Implantates sollte mindestens 1 mm hinter einer gedachten Tangente der Nachbarzähne liegen, damit eine knöcherne Basis für den Gingivalsaum vorhanden ist [18]. Dies ist bei der Ausrichtung des Implantates ebenfalls zu berücksichtigen. Damit der Interdentalraum durch die Papille ausgefüllt wird, muss der vertikale Abstand zwischen der Knochenkante und dem approximalen Kontaktpunkt zwischen 3 und 6 Millimetern liegen [3].
Unter Berücksichtigung der genannten Aspekte wurden im vorliegenden Fall für die Versorgung XiVE® Implantate (DENTSPLY Friadent) mit einem Durchmesser von 3,0 mm ausgewählt. Diese Gruppe von Implantaten (narrow diameter) hat sich im klinischen Einsatz bewährt [1, 2, 6, 9, 17, 19]. Schmale Implantate geben dem Zahntechniker auch mehr Spielraum für eine naturnahe Gestaltung der Krone.
Bei der Patientin wird der Platz für die Implantate durch die distale Angulation der beiden Eckzähne, insbesondere durch den Zahn 23, noch zusätzlich eingeengt (Abb. 1–3 und 13). In einem solchen Fall wäre es ratsam, die Eckzähne kieferorthopädisch in die korrekte Position (Torque, Angulation und Rotation) zu bringen. Dadurch würde man nicht nur Platz gewinnen, sondern könnte auch das kosmetische Erscheinungsbild deutlich verbessern. Mit einer festsitzenden Apparatur dauert eine solche Positionsänderung ungefähr drei Monate. Die Patientin wünschte jedoch keine erneute kieferorthopädische Behandlung.
Implantation
Nach dem Entfernen der Maryland-Brücken (Abb. 3) fand sich am Zahn 23 eine Karies, vermutlich begünstigt durch die Gestaltung der Brücke (Abb. 1). Im Rahmen der Gesamttherapie erfolgte die Versorgung des Defektes mit einer Füllung. Zur besseren Sicht und zum Beurteilen der Knochenqualität wurde ein kleiner Mukoperiostlappen gebildet. Die Inzision erfolgte krestal mit einer dezenten Entlastung im Sulkus der Nachbarzähne. Durch dieses Vorgehen vermeidet man Narben. Die Abbildung 4 verdeutlicht, warum es notwendig war, ein XiVE® 3.0 zu setzen. Nur dieser schmale Durchmesser ermöglicht den Erhalt des notwendigen Knochenvolumens um das Implantat, damit sich eine kosmetisch ansprechende Gingivakontur ausbilden kann.
Die prothetische Versorgung
Nach einer geschlossenen Einheilung (Abb. 5) von drei Monaten erfolgten das Freilegen der Implantate und das Eingliedern der Gingivaformer (Abb. 6), die über vier Wochen getragen wurden. Die für die Abformung eingesetzten FRIADENT® Übertragungsaufbauten mit TransferCap (Abb. 7 und 8) verdeutlichen die Ausrichtung der Implantate. Diese Ausrichtung analog zu den Nachbarzähnen ist erforderlich, damit die Implantate ausreichend von Knochen umgeben sind und eine Fenestration der vestibulären Knochenwand vermieden wird. Der Ausgleich zwischen der Implantatachse und der Kronenachse erfolgt über die Individualisierung der Abutments (FRIADENT® AuroBase – Abb. 9). Die fertigen Keramikkronen wurden mit provisorischem Zement befestigt.
Das Ergebnis
Unmittelbar nach der Eingliederung (Abb. 10 und 11) sind die Papillen nur unzureichend ausgebildet. Drei Monate nach der Eingliederung hat sich die Weichgewebssituation um die Kronen schon deutlich verbessert (Abb. 12 und 13). Nach drei Jahren ist die Situation immer noch stabil (Abb. 14 und 15). Ein wichtiger Grund dafür ist neben einer adäquaten Mundhygiene das Einhalten der o.g. Abstände zwischen Implantaten und Nachbarzähnen. Das Röntgenbild (Abb. 16) zeigt, dass es auch nach drei Jahren keinen Knochenabbau um die XiVE® Implantate gab. Das Bild verdeutlicht das geringe Platzangebot und damit die Notwendigkeit des Einsatzes von Implantaten mit reduziertem Durchmesser.
Fazit
Der Erfolg implantagetragener Kronen definiert sich insbesondere im Frontzahnbereich nicht nur über die dauerhafte Osseointegration, sondern in entscheidendem Maß auch über die Wiederherstellung der gingivalen Kontur (Rot-Weiß-Ästhetik). Um dies zu erreichen, müssen Planung und Umsetzung Hand in Hand gehen.
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Schmale Implantate bei Aplasie – Teil 1
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Literaturverzeichnis
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