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Für das Praxisteam: Wie sag ich’s meinem Patienten?
Prophylaxe-Motivationshilfe
DruckenIhr Patient hat eine Parodontitis? Oder doch eine Parodontose? In Zeiten des aufgeklärten Patienten, der Verwendung von Google, Wikipedia und anderen Quellen sollte man seine Patienten nicht im Ungewissen lassen. Mitunter warten die Patienten mit einem angesammelten Wissen auf, dass man Sorge haben muss, die Behandlungszeit zu überschreiten. Wie können wir also unser detailliertes Fachwissen dem Patienten verständlich machen und damit die Basis für eine gute Compliance schaffen?

Studienmodell Transparent Plus (Hager & Werken).
Beiträge zum Thema
Klartext oder Werbung?
Der Einfluss unserer Medien ist nicht zu unterschätzen! Es ist keine Seltenheit, dass Patienten mir von der Wirkung einer Mundspülung berichten, die ihnen in der Fernsehwerbung vermittelt wurde. Wunderschönes, türkisfarbenes Wasser, welches die Bakterien hinwegspült ... und die Segelboote umschiffen die unangenehme Plaque. Ich sah es mir daraufhin selbst an, um die Begeisterung dieser Patienten zu verstehen. Sie verstanden die Botschaft so: Wozu noch mehr Energie für die mechanische Reinigung verschwenden, wenn es mit dem „Urlaubsgefühl“ im Mund auch funktioniert? Dass die dauerhafte Verwendung von Mundspüllösungen aber auch die Normalflora in der Mundhöhle beeinflussen kann, es zu Geschmacksirritationen kommen kann, davon haben unsere Patienten noch nie etwas gehört.
Oder konfrontieren Sie Ihren Prophylaxepatienten doch einfach einmal mit der Tatsache, dass der Anteil der Zahnzwischenräume ca. 36 Prozent der Zahnoberflächen ausmacht. Es reicht also bei durchschnittlicher Parodontitisanfälligkeit nicht aus, eine Zahnbürste zur Plaquebeseitigung zu verwenden. Befreien Sie Ihre Patienten von der Vorstellung, dass es irgendwelche X-Y-Z-Borsten schaffen könnten, in die schwer zugänglichen Approximalräume zu gelangen. Keine Zahnbürste der Welt ist derzeit in der Lage, Zahnseide oder Interdentalbürstchen zu ersetzen. Lehnt Ihr Patient diese Hilfsmittel ab, geht er mit dem Risiko ins Bett, auf ca. 36 Prozent seiner Zahnflächen Karies- und Parodontitisbakterien über Nacht gut zu ernähren. Führen Sie ihm auf möglichst plastische Art vor Augen, was dort passiert. Dass sich die Parodontitiskeime die Plaque nicht von der Kaufläche holen, wo sich die Kariesbakterien schon vor langer Zeit bedienten, als wir noch im zarten Alter von etwa sechs Jahren der Mahnung unserer Eltern, die Zähne gründlich zu putzen, nicht Folge leisten wollten.
Nicht schimpfen, sondern erklären!
Aber wer hört sich schon gerne an, er putze seine Zähne nicht? Strafpredigten helfen auch im täglichen Leben wenig. Sagen Sie es durch die Blume und verteilen Sie die „Schuld“ etwas gnädiger: „Ich sehe schon, dass Sie einigen Mundhygiene-Aufwand betreiben, aber der verpufft, weil Sie es falsch gelernt haben. Wir alle lernen Zähneputzen, wenn gerade unsere Milchzähne angekommen sind. Aber wir müssten es in Etappen immer wieder neu lernen: Wenn die bleibende Dentition angekommen ist, wenn sich Weisheitszähne zeigen, wenn erste Füllungen oder gar Kronen nötig wurden, wenn Approximalräume freizuliegen beginnen, wenn Säureschäden und Attritionen auftreten.“
Entwickeln Sie einen Fahrplan für eine erste Aufklärung Ihres Patienten. Es gibt immerhin einige Anschauungsmaterialien, die Ihnen dabei helfen können. Aus meiner Sprechstunde ist der jahrelang bewährte Prophylaxe-Atlas von Oral-B/Braun nicht mehr wegzudenken, der genau das zeigt, was für den Patienten wichtig ist. Eine Allroundlösung für fast alle Situationen sind die Studienmodelle von Hager & Werken. Dabei können Sie jeden Zahn aus der entsprechenden Alveole entnehmen. Wenn Sie dann noch handwerklich geschickt sind oder einen hilfsbereiten Zahntechniker kennen, dann lassen sich weitere Ideen verwirklichen. Man kann dort beispielsweise eine Tunnelierung oder den Zugang zur Furkation einbauen. Es ist bekannt: Nur was der Patient sehen kann, wird er auch verstehen und umsetzen können.
Lesen Sie hier den zweiten Teil dieser Serie



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