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SDR – die Zukunft in der Adhäsivtechnik? – Teil 2
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SDR – Stress Decreasing Resin bzw. Smart Dentin Replacement
Der Firma Dentsply/Caulk gelang es, ein völlig neuartig konzipiertes Komposit zu entwickeln, das derzeit als einziges zu Recht „Polymerisationsspannungs-reduziert“ genannt werden darf. Denn bei diesem Material spielen die eben erwähnten Faktoren E-Modul, C-Faktor und Schichttechnik nur noch eine untergeordnete Rolle. Trotzdem ist es fließfähig und relativ hoch gefüllt. SDR™ besitzt spezielle, in die Matrix eingebettete Polymerisationsmodulatoren, die mit dem Campherchinon interagieren. Diese Modulatoren steuern die lichtinduzierte radikalische Polymerisation und bewirken ein stärkeres lineares Kettenwachstum und eine stärkere Verzweigung bei weniger schneller Vernetzung – eine Art chemischer Slow-down-Polymerisation. Dies sorgt für einen längeren Polymerisationsvorgang und eine künstlich verlängerte Prä-Gelphase ohne plötzlichen Anstieg der Vernetzungsdichte. Damit wird die Konversionsrate maximiert und gleichzeitig die Kontraktionsspannung durch künstlich erzeugte Relaxierungsprozesse in der Kompositmatrix minimiert. Es kommt also noch vor der vollständigen Aushärtung zu einem Spannungsabbau im Polymer.
SDR ist ein lichthärtendes, röntgenopakes, methacrylatbasiertes Einkomponenten-Komposit für den Dentinersatz in Klasse-I- und -II-Kavitäten, welches selbstnivellierend ist und Fluorid enthält. Es kann mit jedem anderen methacrylatbasierten Adhäsiv und Komposit kombiniert werden. Jeder Zahnarzt kann also auf den SDR-Dentinfüllungen sein gewohntes Komposit verwenden.
SDR hat trotz relativ hohem Füllkörperanteil von 68 Gew.-% die typischen Verarbeitungseigenschaften eines Flowkomposits, ist durch seine besonderen Eigenschaften aber in 4 mm starken Inkrementen (Bulkapplikation) bei minimaler Polymerisationsspannung applizier- und verarbeitbar. Aufwendige Schichttechniken sind mit SDR nicht mehr nötig. Es wird vordosiert in einer Compula™-Spritze geliefert, die eine feine 6 mm lange Metallkanüle zur direkten Applikation selbst in tief gelegenen Approximalbereichen hat. Bei SDR handelt es sich also um ein Flow mit den verbesserten Eigenschaften eines gewöhnlichen stopfbaren Komposits.
SDR im Praxisalltag
Die Einsatzgebiete in der täglichen Praxis erstrecken sich von den Short-track-Füllungen als Amalgamalternative bis hin zu Dentinrekonstruktionen und Versiegelungen unter prothetischen Restaurationen (adhäsive Aufbaufüllungen) und hochästhetischen Kompositfüllungen im Seitenzahngebiet. Egal für welche Anforderung SDR auch eingesetzt wird, die hervorragend einfache Applikation und die Selbstnivellierung minimieren die Techniksensitivität erheblich.
Und dafür gibt es genügend schwierige Einsatzgebiete: Kleine Slot-Kavitäten sind beispielsweise oft nur schlecht mit einem normalviskösen Komposit stopfbar, weil der Kavitätendurchmesser für ein geeignetes Modellierinstrument zu klein und damit eine Kontrolle der marginalen Adaptation nicht mehr sicher gegeben ist. Auch „normale“ Kavitäten haben nicht selten bis zu 8 mm tief gelegene Böden, spitze Winkel, unter sich gehende Stellen und schlecht einsehbare Bereiche. Mit einem normalviskösen stopfbaren Komposit erreicht der Praktiker nicht immer einen wirklich dichten Füllungsrand, sodass Mikroundichtigkeiten nicht auszuschließen sind. Die Sicherheit der Restauration wird mit diesem Material deutlich erhöht und auch weniger gut geübte Zahnärzte erzielen mit SDR hervorragende Füllungen. Es erlaubt, tief gelegene, schlecht einsehbare und schlecht zugängliche Kavitätenareale sicher zu benetzen, es kann in 4 mm großen Blöcken (Bulks) sicher appliziert und durchgehärtet werden und weist dentinähnliche Eigenschaften auf. SDR ist ein universell einsetzbares Unterfüllungsmaterial, das vollständig kompatibel zu allen methacrylatbasierten Kompositen ist. In der Praxis können also die gewohnten und bewährten Adhäsivsysteme und Komposite weiter verarbeitet werden.
Fall 1: Rehabilitation bei 47. Materialien: XP Bond, SDR, Ceram X mono
Fall 2: Ästhetische Rehabilitation bei 24. Materialien: XP Bond, SDR, Ceram X duo
Fall 3: Dreiflächige Füllung bei 14. Materialien: XP Bond, SDR, Ceram X mono
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SDR – die Zukunft in der Adhäsivtechnik? – Teil 1
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